Metallverpackungsindustrie wieder mit Zuwächsen

Hohe Rohstoffpreise belasten auch die Hersteller von Metallverpackungen

04.05.2011

Wie die Verpackungsindustrie insgesamt konnten auch die deutschen Hersteller von Verpackungen aus Metall im vergangenen Jahr wieder Zuwächse bei den produzierten Verpackungsmengen und erzielten Umsätzen verzeichnen. Je nach Verpackungssegment fiel die Entwicklung gegenüber dem Krisenjahr 2009 jedoch unterschiedlich aus. Insbesondere die Verwender von Verpackungsstahl hatten und haben mit den Auswirkungen der hohen Rohstoffkosten zu kämpfen. Einen positiven Impuls erhofft sich die Branche von der bevorstehenden internationalen Verpackungsmesse „interpack 2011.

Mit einer Produktionssteigerung von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr wurden 2010 rund 1,7 Mio. Tonnen Aluminium und Stahl zu Verpackungen verarbeitet. Wertmäßig bedeutet dies einen Umsatz von rund 5,6 Mrd. Euro, was einer Steigerung von 6,0 Prozent entspricht.

Während Verpackungen aus Aluminium mehrheitlich deutliche Zuwächse erzielen konnten, die mit 405.100 Tonnen um 13,6 Prozent über der produzierten Menge des Vorjahres lagen, ergibt der Blick auf Verpackungen aus Stahl ein differenziertes Bild.

Die größeren Gebinde aus Schwerblech mit einer Blechstärke von mindestens 0,5 mm konnten bei der Produktion eine Steigerung um 5,5 Prozent verzeichnen. Demgegenüber hat sich der Markt für die kleineren Weißblechgebinde, also für Verpackungen mit einem Volumen bis etwa 40 Liter und einer Blechdicke von maximal 0,49 mm, im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.

Branchenkreise sehen die Ursache in dem infolge der Wirtschaftskrise veränderten Orderverhalten der Füllgutindustrie, welches durch das hohe Kostenniveau beim Vormaterial Weißblech weiter aufrecht erhalten wird.

Lieferanten von Verpackungsstahl passen Preisverhalten an Rohstoffmärkte an

Zuletzt zu Beginn des Jahres 2011 wurden die Preise für Verpackungsstahl (Weißblech) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwischen 20 und 25 Prozent erhöht. Die zum Januar zwischen den Weißblechlieferanten und Abnehmern vereinbarten Preise wie auch die Preise für Verpackungen aus Weißblech gelten nur noch für ein halbes Jahr.

Mit der Verkürzung der Vertragslaufzeiten auf sechs Monate und den Preisanpassungen reagieren die Weißblechlieferanten auf Vorgaben der Rohstoffmärkte. Die früher üblichen Jahreskontrakte beim Bezug der Rohstoffe haben sich überholt: Eisenerzpreise werden im Vertragsmarkt mittlerweile quartalsweise fixiert mit Tendenz zu Monatspreisen. Auch Benchmarkpreise für Kokskohle werden nur noch für ein Quartal ausgehandelt.

Als Kostentreiber werden neben der unvermindert starken Nachfrage nach Rohstoffen und Stahlprodukten auch Naturkatastrophen angeführt. So haben schwere Überflutungen australischer Minen die Jahresexporte von australischer Kokskohle um ein Fünftel reduziert. Diese Mengen dürften dem Weltmarkt fehlen und das Preisniveau für Kokskohle zumindest im ersten Halbjahr 2011 hoch halten. Ein weiterer Faktor, der laut Weißblechindustrie die Vormaterialkosten steigen lässt, ist die Verteuerung von Zinn, da Zinn zur Oberflächenveredelung von Weißblech benötigt wird.

Nachfrage-Impulse von „interpack“ erwartet

Deutliche Nachfrage-Impulse erwarten die Hersteller von Metallverpackungen hingegen von der bevorstehenden internationalen Verpackungsmesse „interpack“. Erstmals veranstaltet die Messe Düsseldorf in diesem Jahr die Sonderschau „Metal Packaging Plaza“, auf der 40 Hersteller von Metallverpackungen sowie Unternehmen aus der Zulieferindustrie innovative Verpackungslösungen präsentieren. Im Zentrum der Sonderschau beleuchtet die Informations- und Kommunikationsplattform „Metal Packaging Forum“ wichtige Trends der Branche wie Nachhaltigkeit, Sicherheit und Convenience.